Koblenzer Erklärung

12.01.2022

Koblenz solidarisch: „Koblenzer Erklärung“

„Nein zum gemeinsamen „Spaziergang“ mit rücksichtslosen Pandemieverharmloser:innen und Rechtsextremen!
Ja für demokratische Werte, solidarisches Handeln und gemeinsame Verantwortung!

Seit Wochen finden deutschlandweit und auch in Koblenz unangemeldete Demonstrationen unter der trügerischen Bezeichnung„Spaziergänge“ gegen die Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie statt.

Die Mehrheit der Menschen in Koblenz und in ganz Deutschland verhält sich vernünftig, solidarisch und rücksichtsvoll. Restaurants und lokale Einzelhändler halten sich an geltende Regeln und setzen die 2-G-Regel um, Kultureinrichtungen haben zum Wohl aller Menschen ihren Betrieb stark eingeschränkt oder eingestellt, viele Unternehmer:innen versuchen trotz Ausfällen mit 3 G, Quarantänen und Tests ihre Produktion auch in der Pandemie aufrecht zu erhalten. Existenzen sind gefährdet. Familien mit Kindern, sowie Jugendliche sind besonders belastet von der allgemeinen Situation, die uns allen seit zwei Jahren unvorstellbar viel abverlangt.

In vielen Bereichen wie etwa den Krankenhäusern arbeiten die Menschen am Limit und unter Arbeitsbedingungen, die dringend verbessert werden müssen. Es ist uns wichtig, allen Mitarbeiter:innen in Kliniken und Pflege unseren Dank auszusprechen. Wir wissen, wie wesentlich und unentbehrlich ihre Arbeit ist und haben tiefen Respekt, dass sie diese Arbeit auch unter den Extrembedingungen in Pandemiezeiten aufopferungsvoll verrichten.

Sie alle wissen, dass die Bekämpfung der Pandemie eine gemeinsame Aufgabe ist. Es kann nicht akzeptiert werden, dass die Anstrengungen zur Eindämmung des Coronavirus und die Entbehrungen durch das verantwortungslose Handeln der sogenannten„Spaziergänger:innen“ schlecht geredet und gefährdet werden.

Wir vertrauen auf die Empfehlungen, die sich aus den Forschungen und Diskussionen innerhalb der Wissenschaft ergeben, um größeren Schaden von allen abzuwenden.

Sachliche Kritik an der Coronapolitik bzw. einzelnen Maßnahmen im Rahmen eines demokratischen Diskurses sind berechtigt und unverzichtbar. Es ist keinesfalls unser Ansinnen, dies zu unterbinden.

Das Grundrecht, sich zu versammeln, ist eine wesentliche Voraussetzung für unsere demokratische Grundordnung. Die Parolen der sogenannten „Spaziergänger:innen“, dass der Staat wie eine Diktatur handle, sind falsch und verhöhnen alle Opfer von Diktaturen, in der Vergangenheit und heute.

Wir leben in einer demokratischen Gesellschaft. Demokratie und Grundrechte schützen jeden und jede und geben allen die Möglichkeit, sich einzubringen.

Aber allen sollte klar sein: Die Initiator:innen der Corona-Proteste nutzen die Pandemie als Vorwand, um Verschwörungserzählungen zu verbreiten und demokratische Prozesse zu diskreditieren, um so letztlich die Demokratie anzugreifen. Verschwörungserzählungen und andere krude Welterklärungen sowie Falschinformationen bedienen Feindbilder und schüren Hass.

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Diese Stimmung nutzen auch rechtsextreme Kräfte und nehmen an den Demonstrationen teil.
Wir sagen klar: mit Nazis und Rechtsextremen gemeinsam zu demonstrieren ist anti-demokratisch!

Dabei geht ein Teil zunehmend aggressiv gegen Journalist:innen vor und versucht Andersdenkende einzuschüchtern. Auch Polizeibeamt:innen sowie Ordnungs- und Rettungskräfte werden zunehmend behindert, nicht ernstgenommen und angegangen. Viele der Demonstrant:innen missachten bewusst die Hygieneregeln und das Abstandsgebot und ignorieren Auflagen des Ordnungsamtes.

Die Unterzeichnenden verurteilen die von den Versammlungen und Aufmärschen ausgehende verbale und körperliche Gewalt scharf.

Wir rufen daher alle Mitbürger:innen in Koblenz und der Region dazu auf, nicht an Anti-Corona-Demonstrationen und sogenannten „Spaziergängen“ teilzunehmen.

In der Vergangenheit haben tausende Koblenzer:innen schon mehrfach auf der Straße Gesicht gezeigt gegen Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus. Wir stehen auch jetzt zusammen und treten für unsere gemeinsamen Werte ein, ohne andere in Gefahr zu bringen.

Das aktuelle Infektionsgeschehen lässt größere Demonstrationen auf der Straße aktuell nicht zu. Wir würden aus unserer Sicht, damit unsere und die Gesundheit anderer gefährden. Deshalb ist diese Erklärung unser Sprachrohr und wir zeigen unsere Position damit deutlich denen, die Corona entweder leugnen oder verharmlosen und versuchen, unsere Stadt regelmäßig lahmzulegen!

Nicht mit uns!
Wir stehen für demokratische Werte, solidarisches Handeln und gemeinsame Verantwortung – nicht nur in der Pandemie, aber jetzt besonders!

Unterzeichner:innen: u.a NaturFreunde Kettig , ………………..

Hinweis: in Anlehnung an die Münchner Erklärung

http://muenchen-ist-bunt.de/2022/01/muenchner-erklaerung/page2image2520384

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Rundbrief 2020

Liebe Mitglieder der

Naturfreunde Kettig, 

Kettig im November 2020

einen Verein in Zeiten von Corona am Leben zu erhalten, ist mit erhöhtem Aufwand in der Organisation und Flexibilität, aber auch mit kurzfristigen Ausfällen von Veranstaltungen / Aktivitäten verbunden.

Wir als Naturfreunde sind auch in Corona Zeiten weiter aktiv.
Viele unserer Vorhaben und Veranstaltungen 2020 mussten leider Corona-bedingt ausfallen oder abgesagt werden.

Wir engagieren uns im Vorstand, das Vereinsleben und somit die Ziele der NaturFreunde aufrecht zu erhalten; dies aktiv so gut wie dies in diesen Zeiten eben geht.


Nachfolgend informieren wir über wesentliche Aktivitäten:

  • Veranstaltungen im Freien – wie die 2 Kräuterwanderungen oder den Aktionstag für Kinder auf unserer Streuobstwiese – konnten wir unter strengen Hygieneverordnungen und den Abstandsregeln durchführen.
  • Weiter wird im Rahmen unserer Patenschaft der Rhein-Burgenweg von uns betreut.
  • Des Weiteren fanden Aufräum‘ und Pflege-Aktionen auf der Streuobstwiese statt, die dieses Jahr mehrmals von behördlicher Seite kontrolliert wurde, um weiter Zuschüsse für die Pflege zu erhalten.
  • Ferner zeigten wir NaturFreunde uns zum Beispiel bei der Anti- Agrar- Demo in Koblenz, der Tagung der Fachgruppe Umwelt der Naturfreunde RLP oder dem Dorferneuerungskonzept der Gemeinde Kettig. 
    Auch bei der Vorstände – Konferenz der Naturfreunde Rheinland-Pfalz in Speyer haben wir teilgenommen. Ratschläge und Tipps, wie andere Ortsgruppen mit Corona in ihrem Vereinsleben umgehen und welche Erfahrungen sie hier machten, waren hier sehr interessant für uns.

Uns liegt es am Herzen, dass Ihr „Die NaturFreunde“ uns wie bisher – in welcher Form auch immer – unterstützt. Dies kann aktiv bei Veranstaltungen / Aktivitäten oder gerne auch im Vorstand sein.
Gerne könnt Ihr uns auch als passives Mitglied weiter unterstützen. 

Wir sind Euch mehr als nur dankbar für Eure mitunter Jahrzehnte lange Unterstützung und wollen Euch mit diesem Schreiben ein Signal geben, dass trotz Corona die NaturFreunde Kettig weiter aktiv sind, wenn auch wie anfangs beschrieben anders und eingeschränkter.

Zu guter Letzt bedanken wir uns an dieser Stelle sehr herzlich bei Euch für Eure Solidarität, Euer Vertrauen und Euer Engagement, das Ihr all die Jahre bewiesen habt.
Nur hierdurch ist es möglich, dass wir hoffentlich nächstes Jahr unser 30-jähriges Bestehen der Ortsgruppe Kettig begehen können. Und wir möchten uns sehr gerne mit Euch zum nächsten Jubiläum aufmachen!

Falls Ihr weitere Infos wünscht oder Vorschläge für Aktivitäten habt, meldet Euch sehr gerne unter der o.a. E-Mail – Adresse oder ruft einfach unter 02637 8914 an.

Wir wünschen Euch eine schöne besinnliche Adventszeit, alles Gute und bleibt gesund!!!

Mit naturfreundlichen und gesunden Grüßen

Herzlichst Euer

Vorstand

Oliver, Ralf, Birgit, Achim, Claudia und Patrick

P.S. 
Von dem ein oder anderen von Euch haben wir leider keine E -Mail – Adresse, um Euch auf kurzem Wege auf dem Laufenden zu halten; Veranstaltungen werden zudem über die Presse mittgeteilt.
Bitte teilt uns freundlicherweise – sofern für Euch in Ordnung – unter E-Mail 
naturfreunde-kettig@gmx.de Eure E-Mail-Adresse mit. Ganz lieben Dank hierfür jetzt schon!

Veranstaltungen werden vorerst eingeschränkt und kurzfristig stattfinden

Aufgrund der Corona Krise werden auch bei den Naturfreunden Kettig bis auf weiteres keine Veranstaltungen stattfinden falls es die Lage zulässt nur kurzfristig und mit entsprechenden Vorkehrungen.

Nach der Krise informieren wir Euch rechtzeitig wie es im Programm und bei uns weitergeht.

Wir danken für euer Verständnis und Solidarität in diesen schweren Zeiten und wünschen allen viel Gesundheit und auf ein baldiges Wiedersehen!

Berg Frei

Ihre NaturFreunde Kettig

Der Natur auf der Spur in Kettig

In der Reihe der Aktionstage für Kinder haben auch dieses Jahr trotz Corona die Kettiger Naturfreunde gemeinsam mit der Kommunalen Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Weißenthurm mit Janka Löhr, und erstmals auch mit Unterstützung der Landesverbandes der NaturFreunde Jugend Rheinland-Pfalz mit Karla Blöcher, wieder ein abwechslungsreiches und spannendes Programm für die 10 Kinder aus der Verbandsgemeinde Weißenthurm auf die Beine gestellt. Diesmal unter erschwerten Bedingungen so das wegen der Corona Verordnung die Kinder in zwei Gruppen mit Betreuern eingeteilt werden mussten um den Mindestabstand einhalten zu können. Auf dem Parkplatz der ehem. Anne Frank Schule in Kettig wurden die Kinder (9 Jungen und 1 Mädchen) von den drei Organisatoren Janka Löhr (VG Weißenthurm) Karla Blöcher (Naturfreunde RLP) und Oliver Hartmann (Naturfreunde Kettig) herzlich empfangen. Nach der Begrüßung ging es über die Elmar Hillesheim Wiese, die durch den Vereinsgründer und leidenschaftlichen Naturschützer an die Förder-und Wohnstätte vermittelt wurde, und die heute ein Teil des beliebten Streuobstwiesenweg ist, aber auch Weidenanbau betrieben wird für die Hauseigene Korbflechterei der Förder und Wohnstätte. An der Streuobstwiese am Keudelsweg angekommen wurde sich in einer Kennenlernrunde bekannt gemacht. Die aufgebauten Tische waren mit viel Bastelmaterial ausgestattet mit Pinseln, Scheren, Blumentöpfen und Kordel. So machten sich die lebhaften kleinen an den Bau eines Ohrenkneifer Häuschens. Bunt bemalt wurden diese dann teils an die Bäume gehangen oder mit nach Hause genommen. Nach getaner Arbeit hatte Janka Löhr inzwischen leckere Sandwiches für alle gezaubert die die Kinder begeistert beim Picknick im Grünen aßen. Nach der kleinen Pause wurden dann auf der 12000 qm großen Wiese allerhand Insekten in kleinen Behältern gesammelt und durch Lupen begutachtet. Viele Heuschrecken, Wanzen, Käfer, Wespen und Ameisen wurden gefangen, aber dann auch wieder frei gelassen. Zum Abschluss wurde dann auf der Elmar Hillesheim Wiese noch ein kleines Natur Quiz veranstaltet bevor es dann für alle Kinder Urkunden und Süsses für ihre Teilnahme gab. Bei der Verabschiedung wünschten sich die Kinder dass es bald wieder ein solches Natur Erlebnis gib. 

Kräuterwanderung in Kettig trotz Corona und Hitze durchgeführt

Bei der inzwischen 5. Kräuterwanderung unter der Leitung von Kräuterpädagogin Frau Katharina Kindgen von der NABU trafen sich im Landschaftsschutzgebiet Kettiger Bachtal viele Interessierte Natur und Kräuterfreunde. Nach der Begrüßung und den Hinweisen zu den Abstandsregeln und der Corona Verordnung des Landes Rheinland Pfalz, wurde den Interessierten Zuhörern zum Beginn durch den  Vorsitzenden der Kettiger Naturfreunde Oliver Hartmann mit einer kleinen Information zu den NaturFreunden Kettig, deren Veranstaltungen und Projekte vorgestellt.  Trotz großer Hitze bei Temperaturen bis 38 Grad waren die Kräuterfreunde Zahlreich erschienen und es fand im Vorfeld eine große Resonanz zu der Exkuersion in Kettig statt. Da die Teilnehmerzahl begrenzt war konnten nicht alle an der Wanderung teilnehmen. Frau Kindgen begrüßte die  Kräuterliebhaber nach einer kleinen theoretischen Einleitung.Nur ein paar Meter weiter am Kettiger Bach, konnte die Biologin auf die Besonderheiten der Eberesche hinweisen, die essbar ist und man auch Marmelade davon kochen kann. Wiederholt verwies Frau Kindgen auf die meist ungeliebten Brennesseln, die zahlreiche Vitamine Mineralstoffe aufweisen und z.B  gut für die Haare sind. Auch die Blüten der Brennnesseln (Nüßchen) sind essbar und man kann sie geröstet genießen. Auch Schmetterlingsflieder wurde entdeckt mit der traurigen Tatsache das die Populationen der Schmetterlinge immer weiter seit 2010 stark gesunken sind. Dies hat auch damit zu tun, das Wiesen todgemäht und Blumen oder Hecken kaputt geschnitten werden bzw. Steingärten angelegt werden, und somit viele Insekten keine Nahrung mehr finden. Bei einer der Holunder Plantagen die es in Kettig häufig gibt verwies Herr Hartmann auf die große Bedeutung des Holunders für Kettig was das größte zusammenhängende Anbaugebiet in Deutschland habe. Auch der „Holunder“ hat viele Vitamine und ist vielfältig verwendbar z.B als Marmelade, Saft, Likör, Sekt oder zum kochen. In früheren Zeiten so Frau Kindgen, hatte der Holunder mehere Rituelle Aufgaben und die Menschen glaubten an seine heilende Wirkung zB bei Zahnfleischentzündungen oder offenen Wunden. Auch wurde er als „Frauenbaum“ bezeichnet, vom Verzehr im Rohzustand riet die Kräuterexpertin jedoch ab.Auf der Elmar Hillesheim Wiese wurde auf den Weidenanbau der Förder- und Wohnstätte aufmerksam gemacht. Dort fand sich unter anderem der „Beifuss“ ein Korbblütengewächs was Ambrosia enthält. Dies wurde früher oft bei Geburten oder Sterbenden verwendet. Auch so glaubten die Menschen damals Schütze es vor Dömonen und Gewitter. Die „Schaafgabe“ sei für Verletzungen geeignet als auch zum Füllen von Enten oder Geflügelbraten. Weiter ging es am Kettiger Bach mit der „Wilden Möhre“ und dem „Rainfarn“. Auf der Elmarwiese trug die Pädagogin für die Kräuterliebhaber ein heiteres Gedicht von Heinz Erhard vor, was den Zuhören viel Spaß  und Abwechslung brachte. Auf dem Rückweg erklärte Frau Kindgen das die Eiche auch zum Gerben benutzt wurde und gut gegen Rachenentzündung sei. Bei der Diestel „Maria Bettstroh“ erfuhren die Kräuterfreunde, dass diese früher von Kindern geerntet wurden um damit Kissen und Matratzen zu füllen. „Finger Weg Pflanze“ so nennt Kindgen die Planzen die für den Menschen hoch giftig sind. So wurde bei der „Hundspetersielie“ eindringlich davor gewarnt diese weder zu verzehren (eine geringe Menge kann zu Tod führen) oder gar anzufassen sei gefährlich.    Frau Kindgen hätte noch viele weitere Kräuter auf dem recht kurzen Stück zw. Anne Frank Schule und Elmar Hillesheim Wiese zeigen und erklären können, doch aus zeitlichen Gründen und wegen der hohen Temperaturen, musste man zum Abschluss kommen. Herr Hartmann bedankte sich bei der Expertin Frau Kindgen und bei allen Teilnehmern für die Interessante Führung im Landschaftsschutzgebiet Kettiger Bachtal.