25 alte Platanen am Rheinufer wurden gefällt

Die 25 Platanen am Weißenthurmer Rheinufer sind seit einigen Wochen Geschichte.
Die Kettiger Naturfreunde hatten gemeinsam mit einigen Bürgerinnen und Bürgern aus Weißenthurm, Bürgerinitiativen und Umweltverbänden 2 Jahre vergeblich versucht den alten Baumbestand vor dem abholzen zu retten. Leider scheiterte diese Vorhaben weil niemend in Weißenthurm bereit war ein Bürgerbegehren einzuleiten.
Auch wurde in der Presse sehr einseitig über die Bäume in der Vergangenheit seitens der Stadt Weißenthurm berichtet. Dort wird der Eindruck vermittelt die Bäume seien alt und krank gewesen und nicht sanierbar. Dies ist nachweislich laut einem Gutachten von 2013 eine falsche Darstellung. Laut diesem Gutachten befanden diese sich in ihrer Vitalität in einem guten bis zufriedenstellenden Zustand. Die aufgeführten Schäden an den Bäumen sind in der Hauptsache auf falsche und nicht fachgerechte Pflege zurück zu führen, so der Gutachter.
Natürliche Lebensräume für div. Tiere wie Vögel oder Fledermäuse gab es nur in den alten Bäumen die bereits Löscher oder Höhlungen von abgebrochenen Ästen aufgewiesen hatten. Es wird weiter darauf verwiesen das diese Schäden mit hinnehmbaren Aufwand beseitigt und wieder zu beheben gewesen wären. Einige Bäume befanden sich sogar in einem guten Zustand mit nachhaltig positiver Entwicklungsperspektive. Im Kostenvergleich ist eine komplette Fällung aller 25 Platanen und deren Neuanpflanzung in jedem Fall teurer als die vorhandenen Bäume zu sanieren und zu erhalten.
Die Begründung die Bäume seien inzwischen zu alt können wir nicht nachvollziehen, da Platanen nachweislich bis zu 250 Jahre alt werden können.
Bei einer Nachbepflanzung durch junge Bäume sind diese Voraussetzungen für die Tiere nicht gegeben. Somit zerstört man deren Lebensraum für sehr lange Zeit manchmal gar unwiderruflich. Diese alten Platanen bildeten ihr eigenes Ökosystem und waren Brutstätten vieler Tierarten. Des weiteren weisen wir drauf hin, das es laut Gutachten keinerlei Sicherheitsbedenken gab. Der alte Baumbestand prägte das Ufer maßgeblich positiv. Ebenfalls wird zu bedenken gegeben, dass eine Bezuschussung vom Land für die Umgestaltung erfolgt, jedoch gibt’s kein Geld die Bäume zu sanieren, bzw. fachgerecht zu schneiden. Es scheint so als ob die Prioritäten nicht bei der Verschönerung der Stadt liegen, sondern es sich nur um den Zuschuss dreht. Das Geld hätte man sicher an anderen Stellen der Stadt sinnvoller zur Neugestaltung einsetzen können. Alles zusammen haben die Stadtplaner diese seit Jahren vorliegenden Anliegen, Argumente und gesammelten Unterschriften der Bürger von Weißenthurm nicht weiter beachtet und ihr Projekt ohne Kompromisse durchgesetzt.

Feier zum Internationalen Frauentag in Kettig

Über 100 Jahre ist es her, dass Textil Arbeiterinnen aus den USA 1911 auf die Straße gingen und zum ersten mal für Ihre Rechte der Frauen kämpften.
Beim der Jährlichen Veranstaltung zum Internationalen Frauentag der Kettiger NaturFreunde konnten die überwiegend weiblichen Gäste bei Kaffee und Kuchen zum gemütlichen Plausch zusammenkommen. Beata Hillesheim begrüßte die Gäste aus Kettig und den benachbarten Orten, besonders aber die Syrischen Frauen die seit 2014 in Kettig leben. Frau Hillesheim berichtete von Frauen aus heutiger Zeit, die leider immer noch weltweit aber auch hier bei uns in Deutschland benachteiligt sind im Beruf und auch Privat.
So ist das Thema Gewalt gegen Frauen kein Tabu -Thema und man konnte erfahren das in Deutschland jede 4 Frau gewalttätigen Handlungen von Männern ausgesetzt sind bzw. damit Ihre Erfahrungen gemacht haben. So beteiligten sich die Naturfreunde erstmalig an der jedes Jahr stattfindenden Weltweiten Demo gegen Gewalt an Mädchen und Frauen „One Billion Racing“ in Koblenz HBF am 14. Februar 2017.
Auch wenn sich schon einiges verbessert hat, so Beata Hillesheim, muss der Kampf für eine völlige Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft unvermindert weiter geführt werden.
Als kleines Highlight konnten die Damen am Schluss der Veranstaltung bei einem
Quiz über Kettig und die Naturfreunde ein Frühstück für 2 Personen, eine kostenlose Mitgliedschaft für 1 Jahr bei den Naturfreunden und eine Kostenlose Teilnahme an einer Veranstaltung nach Wahl gewinnen.

Rechtspoulismus entgegentreten mit Aufklärung und sozialer Gerechtigkeit

Mit sozialer Gerechtigkeit und Aufklärung Rechtspopulisten entgegentreten

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der NaturFreunde Kettig konnte sich der Vorsitzende Oliver Hartmann über eine gut besuchte Versammlung freuen.
Nach der Begrüßung, der Feststellung der Beschlussfähigkeit, und des Totengedenken, konnte er in seinem Jahresrückblick von vielen Veranstaltungen und Aktivitäten berichten. Dabei standen 3 große Themen und Ereignisse 2016 im Vordergrund. Zum einen die Flüchtlingshilfe die Dank Jasminka Strempel sehr intensiv und erfolgreich ausgeführt werden konnte. Eine Infostelle für Flüchtlingsfragen in Kettig wurde in Kooperation der NaturFreunde Kettig mit der Initiative „Helfende Hände der Verbandsgemeinde Weißenthurm“ eröffnet. Bürgermeister Georg Hollmann und Ortsbürgermeister Peter Moskopp zeigen sich über die Eröffnung sehr erfreut. Viele Flüchtlinge seien inzwischen in Vereinen aktiv. Peter Moskopp berichtete, dass die bisherige Integrationsarbeit sehr erfolgreich war.
Als zweites die im Rahmen der Landeskonferrenz der Naturfreunde RLP stattfindende 25 Jahr Feier der Naturfreunde Deutschlands, Ortsgruppe Kettig.
Dort waren viele Ehrengäste anwesend, u.a. Schirmherr Landrat Dr. Saftig. Der Vereinsarbeit wurde viel Lob und Anerkennung zuteil. In diesem Rahmen wurde das Gründungsmitglied und stellv. Vorsitzende Beata Hillesheim die Ehrennadel für ihre 25-jährige Mitgliedschaft im Verein verliehen. Als drittes dann die Gründung eines regionalen Natur und Klimabündnisses mit inzw. 17 Organisationen und Vereinen im Raum Koblenz- Neuwied und Westerwald. Außerdem berichtet Oliver Hartmann über viele weitere Aktivitäten, die im Rahmen der NaturFreunde Kettig stattgefunden haben, wie z.B. die 25. Vogelstimmenwanderung, Planwagenfahrt auf der Schmidtenhöhe, Kulturstammtisch (Bericht von Bruder Michael Schmitz, Missionar aus Afrika- Ghana), Herbst- & Handwerkermarkt, Pilzwanderung am Laacher See, die Adventsfeier gemeinsam mit den Flüchtlingen in der Förder- und Wohnstätte und der Weihnachtsmarkt in Kettig, mit Unterstützung der Pfadfinder, bei dem ein größerer Gewinn erwirtschaftet wurde, von dem 2/3 an den Sozial- und Kulturfond der OG Kettig gespendet wurde.
Bei der Mitgliederentwicklung setzt sich der positive Aufwärtstrend erfreulicher Weise auch 2016 und 2017 weiter fort so das man jetzt einem stabilen Mitgliederstand hat. Beim Kassenbericht von Silvia Nesseler der stellv. von Jennifer Nesseler vorgetragen wurde, konnten sich die Mitglieder über eine gute Finanzlage freuen mit leichten Gewinn in 2016. Andree Garmijn (Mitarbeiter „Helfende Hände“ der Verbandsgemeinde Weißenthurm) berichtet über die Arbeit in der Flüchtlingshilfe vor Ort. Es wurden u.a. Flüchtlingshilfen / Netzwerke in Kettig, Weißenthurm und Mülheim-Kärlich errichtet.
Herr Garmijn erzählt, dass zu Beginn etwa 40 Flüchtlinge wöchentlich kamen, es inzwischen aber nur noch durchschnittlich 8 sind. Die Lage hat sich sehr entspannt. Aus der Flüchtlingshilfe entstanden nach und nach Freundschaften. Stellv. für die Kassenprüferin Claudia Hartmann, liest Oliver Hartmann dessen Kassenprüfbericht vor in dem nichts beanstandet wurde und somit einstimmig die Entlastung des Vorstandes und der Kasse erteilt wurde.

Bei den anschießenden Vorstandswahlen gab es dann gleich 3 neue, die für die ausgeschiedene Beisitzerin Karin Hartmann, den Beisitzer Friedhelm Schmidt und der bisherige Schriftführerin Julia Müller angetreten sind. So wurden als neue Schriftführerin Tanja Friedrich, neue Beisitzer Achim Theisen und Jennifer Nesseler gewählt. Oliver Hartmann bleibt Vorsitzender, Beata Hillesheim Stellvertreterin und Silvia Nesseler Kassiererin. Im Amt bestätigt wurden auch die beiden Kassenprüferinnen Claudia Hartmann und Anja Müller.

Der „neue“ 1. Vorsitzende Oliver Hartmann teilte das neue, aktuelle Jahresprogramm an alle Mitglieder aus und stellte die neuen und wichtigen Veranstaltungen für 2017 kurz vor.
Die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder wurden dann in einem vorgezogenen TOP geehrt.
Für 20 Jahre Vorstandsarbeit als Schriftführerin und Beisitzerin ehrt der Vorsitzende stellv. für den Vorstand und alle Mitglieder, Frau Karin Hartmann und bedankt sich für ihr großes Engagement und den aktiven Einsatz für den Verein der NaturFreunde Kettig. Ihr wurde eine Urkunde und ein Präsentkorb überreicht.
Für 4 Jahre tatkräftiger Unterstützung als Beisitzer im Verein, verlässt auch Friedhelm Schmidt den Vorstand. Der Vorstand bedankt sich bei ihm für die geleistete Arbeit und überreicht ihm eine Urkunde sowie eine Flasche Wein. Auch Julia Müller (nicht anwesend) legt nach 2 Jahren ihr Amt als Schriftführerin, aus zeitlichen Gründen, nieder. Auch hier gab es Dank und Anerkennung für ihre Arbeit und Unterstützung in der Vereinsarbeit.

Beim diesjährigen Referenten konnte Helmut Gelhardt von der „Katholischen Arbeiterbewegung Bendorf-Mülhofen“ die Mitglieder und Gäste beim aktuellen und brisanten Thema „Rechtspopulismus in Deutschland“ mit erschlagenen Fakten und Zitaten aus der Rechten Szene überzeugen. Nur mit sozialer Gerechtigkeit und entsprechender Aufklärung über die Ziele der Rechten sei es möglich, diesem zur Zeit in Mode gekommenen ewig gestrigen entsprechend Paroli zu bieten. Ziel muss es sein die gefestigte Demokratie die uns über 70 Jahren Frieden und Wohlstand gebracht hat zu verteidigen gegen Fremdenhass, Nationalismus, Ausgrenzung anderer Menschen mit anderen Glauben, Hautfarbe oder Nationalität. Hin zu einer Weltoffenen und BUNTEN Gesellschaft die keine Ängste schürt, keine Tatsachen verdreht oder gar den Holocaust leugnet wie mehrere Vertreter Rechter radikaler Parteien dies immer wieder tun. Die große Mehrheit der Deutschen hat aus der Vergangenheit gelernt und will keine Diktatur wie sie AfD und andere gerne wieder hätten. Fremdenfeindlichkeit hat sich noch nie bewährt und ist der Feind des guten Miteinanders und des friedlichen Zusammenlebens aller Länder und Völker dieser Erde. Um so erfreulicher war die große Resonanz bei der Demo in Koblenz am 21. Januar wo über 5000 Menschen gegen diese braune Gesinnung, die in der Rhein-Mosel Halle tagten, demonstrierten und sich deutlich gegen diese Stimmungsmacher und Rassisten aussprachen. Auch die Kettiger Naturfreunde haben mit einigen Vertretern Flagge für unsere Demokratische und offene Gesellschaft gezeigt. Herr Gelhardt bedankte sich nach seinen Ausführungen für das große Interesse und die positive Resonanz und wurde mit einem Präsent vom Vorsitzenden Hartmann verabschiedet.
Dieser bedankte sich in seinem Schlusswort bei allen Mitgliedern und Gästen sowie allen Unterstützen für Ihr kommen mit dem Naturfreunde Gruß „Berg Frei“.

Über 5000 Menschen gegen Rechtspopulisten in Koblenz am 21. Januar 2017

Der Aufruf wird mittlerweile von über 250 Organisationen und Einzelpersonen unterstützt (und ist auf unserer Homepage einsehbar).
Bei Facebook haben weit über 1000 Menschen angekündigt an der Veranstaltung teilzunehmen.
Wir freuen uns, dass sich so viele unsererm Bündnis „Koblenz bleibt bunt“ angeschlossen haben, gemeinsam werden wir am Samstag ein friedliches Zeichen setzen!

Wer in der Demokratie schläft – wacht in der Diktatur auf!

Beginn Koblenz bleibt bunt:
11 Uhr Hauptbahnhof
Anschließend Demonstration durch die Stadt mit Begleitung von Piri-Prir
Etwa 12:30 Uhr: Zwischenstop in der Nähe der Rhein-Mosel-Halle, gemeinsames Singen der Ode an die Freude
Abschluss am Reichenspergerplatz

Bei den Kundgebungen wird es eine Mischung von Redebeiträgen und kulturellen Beiträgen geben.
Zugesagt haben unter anderem:
– Dietmar Muscheid (Vorsitzender DGB Rheinland-Pfalz / Saarland)
– Ministerpräsdentin Malu Dreyer
– Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des europäischen Parlaments
– Jean Asselborn, Außenminister von Luxemburg
– Ali Yener, IGM Koblenz
– Musiker der Rheinischen Philharmonie
– Kutlu von der Microphone Mafia
– Becker & Becker
– Piri-Piri

Infos bei Facebook:
https://www.facebook.com/events/1618408341800114/

Im Anschluss an die Veranstaltung „Koblenz bleibt bunt!“ findet ab 14:30 Uhr der Neujahrsempfang des Beirats für Migration und Integration statt.

Informationen zu weiteren Veranstaltungen:
Freitag,20. Januar, 17 Uhr, Löhrrondel+Jesuitenplatz+Rhein-Mosel-Halle: Flashmob „Öffentliche Chorprobe Ode an die Freude“
Infos bei Facebook: https://www.facebook.com/KoblenzBUND/

Freitag, 20. Januar, 19 Uhr, Hauptbahnhof: Antifaschistische Tanzdemo gegen Rechtspopulismus
Infos bei Facebook: https://www.facebook.com/events/1448196561928357/

Samstag, 21. Januar, 14 Uhr, Deutsches Eck:: Mahnwache „Brücken schlagen statt Mauern bauen“des DPSG (Pfadfinder)
Infos bei Facebook: https://www.facebook.com/events/474286886292712/

Gemeinsam GEGEN Rechts – gegen Hassparolen, gegen Aufhetzer, gegen Stimmungsmacher, gegen Stammtischparolen, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Rassismus, gegen Meinungsmache, gegen ewig gestrige, gegen Nationalismus, usw usw usw……..!!!!!!!!!!!!!!!!!

Kommt um Flagge zu zeigen – Wir sind BUNT – nicht braun!!!!!!!

Muslime & Christen feiern gemeinsam Advent in Kettig

In unruhigen Zeiten setzte die „Besinnliche Adventsfeier“ in der Cafeteria der Förder und Wohnstätte in Kettig ein Zeichen zur Völkerverständigung und Integration vor Ort.

Herbergssuche damals – Flüchtlinge heute, das war der Anlass zur gemeinsamen Feier in der gut besuchten Cafeteria der Facheinrichtung für Menschen mit Behinderung.
Der Vorsitzende der Kettiger Naturfreunde Oliver Hartmann begrüßte die zahlreichen Gäste aus vielen Nationen und die Einheimischen sehr herzlich.
Dabei freuten sich der Gastgebende Förderverein des Hauses und die Naturfreunde besonders über das Kommen der zahlreichen Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Serbien. Der Geschäftsführer der Förder und Wohnstätte Dr. Alfred Marmann führte durch das Programm.

Für die Musikalische Begleitung sorgten Christoph Hofstetter und Monika Unkelbach die mit zwei Weihnachtslieder das Programm begannen, bevor von der Flüchtlingsbeauftragten der Naturfreunde Frau Jasminka Strempel ein Bericht über deren Flüchtlingshilfe vorgetragen wurde.
Dabei erzählte Frau Strempel über die Anfänge ihrer Hilfe für Flüchtlinge als Übersetzerin im Netzwerk Rübenach. Die gebürtige Kroatin spricht fließend Serbo- kroatisch und konnte so den Flüchtlingen aus den Balkanstaaten viel Unterstützung geben. Angefangen mit zahlreichen Sachspenden bis hin zur Begleitung zu Behörden und Ärzten, engagiert sich Frau Strempel seit fast 2 Jahren für die unverschuldet in großer Not geratenen Menschen. „Die Arbeit hat sich seither verändert“ so die Urmitzerin.
Heute sind Freundschaften entstanden, man wird eingeladen, besucht sich und hat vertrauen gewonnen.

Nach einem Video über zwei Flüchtlinge in dem ein Deutscher von seiner Flucht im Jahre 1945 und der anderer Flüchtling von seiner Flucht 2015 berichten, erzählte Frau Rosemarie Marx aus Mülheim-Kärlich sehr bewegend Ihre Erinnerungen an die Flucht ihrer Familie im 2 Weltkrieg als Sie noch Kind war. Heute engagiert sie sich aufgrund ihrer eigenen Fluchterfahrung in der Flüchtlingshilfe.
Dr Marmann interviewte eine syrische Familie, die inzwischen in Kettig lebt und deren Flucht.Die zwei jugendlichen Töchter konnten den Gästen eindrucksvoll in gutem Deutsch die Stationen ihrer Flucht seit 2013 wiedergeben. Von Syrien ging zunächst nach Ägypten, dann nach Libyen und von dort per Boot nach Malta von wo ein Italienisches Schiff sie nach Italien brachte. In allen Ländern, so die beiden Mädchen wollte sie keiner länger haben und sie zogen weiter, bevor sie dann vor ca. 1,5 Jahren nach Kettig kamen. Viele ihrer zurückgelassenen Familie und Freunde sind tot oder vermisst. Ihre Hoffnung ist es, hier nun eine Zukunft, ein neues sicheres Leben und ein zu Hause zu finden.

Zwischendurch gaben Herr Hofstetter und Frau Unkelbach immer wieder einige Weihnachtslieder zum besten.

Hussein aus Afghanistan konnte trotz seiner nicht so guten Deutschkenntnisse den Gästen vermitteln, das es für ihn in seiner Heimat keine Zukunft mehr gibt und er in Frieden und Freiheit in Deutschland leben will.

Nach einer sehr nachdenklichen Geschichte über die schrecklichen Erlebnisse einer Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan vorgelesen von Irene Klank-Wirblauer, thematisierte Eckart Huber an anschaulichen Landkarten und Statistiken die aktuelle Lage in Syrien und im gesamten Arabischen Raum. Er zeigte auf wie sich auch bei den Muslimen mehrere Gruppen wie die Sunniten und Schiiten gespalten haben und sich bis heute in vielen Ländern bekämpfen.

Dem Vater einer serbischen Roma – Familie, die mit 5 Töchtern seit ca 2 Jahren hier sind, war sichtlich anzumerken, wie groß seine Angst vor einer Abschiebung ist und wie sehr sich diese Familie ein „normales“ friedliches und glückliches Leben mit Zukunft für ihre Töchter wünschen. Doch diese müssen wieder zurück, haben kein Bleiberecht, gehören zu den so genanten sicheren Drittstaaten. In Serbien haben sie keine Aussicht auf Arbeit oder gar eine Wohnung, Roma und Sinti sind auch dort ausgegrenzt von der Gesellschaft und leben in Zeltstädten am Rande der Städte; Hunger und Kälte sind üblich.

Am Schluss der Veranstaltung bedankte sich Dr. Marmann bei allen Gästen und Mitwirkenden sehr herzlich und lies durch Oliver Hartmann an alle zahlreichen Kinder eine Nikolaustüte verteilen. Die Akteure bekamen zum Dank Apfelsaft von der Streuobstwiese der Naturfreunde, bevor Herr Hartmann den Adventsnachmittag mit einem besonderen Dank an Jasminka Strempel für ihre Flüchtlingshilfe und Herrn Marmann für dessen Unterstützung und Zusammenarbeit beendete, allen einen guten nach Hause weg und schöne Feierteige wünschte.

Regionale Klimatour Mittelrhein-Westerwald bei den Naturfreunden und am AKW Mülheim-Kärlich

Regionale Klimatour führte auch durch die Verbandsgemeinde Weißenthurm

Kettig. Ein Jahr nach dem wegweisenden Klimaabkommen in Paris findet in Marrakesch der Folgegipfel statt. Die Vereinbarungen zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad sollen dort vertieft und weiter abgesichert werden. Das war Anlass für das neue regionale „Bündnis Klimaschutz Mittelrhein“, dem bisher 15 Verbände angehören, mit einer „kohlendioxidfreien Klimatour“ per Rad und E-Mobilen auf die Klimaproblematik und die vielen Projekte in unserer Region aufmerksam zu machen.
Gleichzeitig wurden Spenden für die Fukushima-Kinderhilfe und ein Solar-Ausbildungsprojekt in Tansania gesammelt. Die Klimatour startete am Samstag, 29. Oktober, auf dem Luisenplatz in Neuwied mit einer Kundgebung und Infoständen. Dort wurden die zahlreichen Teilnehmer die mit Fahrrädern und E Mobilen kamen von verschiedenen Organisationen und Verbänden aufgefordert sich der Bewegung anzuschließen und mehr für die Klimagerechtigkeit zu tun. Von dort ging es zu den Naturfreunden nach Kettig, Dort wurden sie von Egbert Bialk (BUND Koblenz) und dem Vorsitzenden der Naturfreunde Kettig Oliver Hartmann auf der Elmar- Hillesheim Wiese am Ortsrand von Kettig begrüßt. Zwischen Weiden, Wiesen und Obstbäumen auf einem kleinen Platz mitten auf der Wiese am Kettiger Bach, betonte Hartmann wie wichtig es sei auch und vor allem Umwelt und Naturschutz vor der Haustüre zu beginnen und zu leben. Dabei verwies Hartmann auf die vielen Aktivitäten die die Naturfreunde seit über 25 Jahren betreiben. Von der Gründung durch Elmar Hillesheim 1991 bis zu den Erfolgen die der Verein auf ihn zurück führen kann wie die Aktion „100000 Sonnenblumen für Tchernobyl was für 45000 DM Spenden Gelder sorgte und den Kindern vor Ort gespendet wurde. Oder die letzte große Aktion von Elmar Hillesheim war die Flusslandschaft Nette 2008/09 was die Renaturierung und zahlreiche Aktionen bundesweit mit vielen Unterstützen und Freunden zur Folge hatte. Seit der Eröffnung der Förder- und Wohnstätte in Kettig pflegen die Naturfreunde eine immer intensivere und engere Zusammenarbeit und Freundschaft mit dieser Facheinrichtung für Schwerstbehinderte. Viele Veranstaltungen und gemeinsame Aktionen sind seither fester Bestandteil dieser Zusammenarbeit. So der besinnliche Adventsnachmittag am Samstag vor dem 01. Advent stattfindet seit über 10 Jahren, oder die gemeinsamen Apfelsammlungen und der Kulturstammtisch. Das soziale Engagement ist eine starke und immer größer gewordene Säule bei den Naturfreunden neben dem Naturschutz und der Heimatkunde. Peter Thelen von der Förder- und Wohnstätte erläuterte den Gästen aus Umwelt und Klimaschutz das Weidenanbau Projekt und die mehrtägigen Seminare die dazu von der FWS angeboten werden. Anschließend ging es zu einem kleinen Mittagsimbiss ins „Binnehäuschen“ nahe der Elmar-Hillesheim-Wiese bevor man sich weiter auf den Weg zum AKW Mülheim-Kärlich machte wo „Am guten Mann“ von der „Bendorfer BI gegen das AKW Mülheim Kärlich“ eine Chronologie des Jahrzehnte anhaltenden Kampfes gegen das AKW vorgetragen wurde. Das Ziel sei noch lange nicht erreicht so der Tenor, der Rückbau des Kühlturms stehe noch aus, und eine sichere Endlagerung ist auf lange Zeit nicht machbar. Weiter ging es nach Koblenz und zur Herz-Jesu-Kirche mit einer Straßenaktion. Am Sonntag lud der Weltladen am Görresplatz Koblenz ab 11 Uhr zu einem fairen Frühstück ein wo auch der OB der Stadt Koblenz Herr Hofmann-Göttig teilnahm. Die Tour führte dann zu einem Wasserkraftprojekt der „Neuen Energie Bendorf“ auf Niederwerth und zur katholischen Bildungsstätte Haus Wasserburg Vallendar, wo die Globalisierungsproblematik im Mittelpunkt stand.
Am Montag besichtigte das Klimabündnis mit zwei Klassen der Realschule plus Dierdorf das Solarunternehmen Bauko-Solar in Anhausen sowie eine Biogasanlage der dortigen Energiegenossenschaft.
Nach den Informationen bei kommunalen Klimaschutzeinrichtungen in Hachenburg samt Abendveranstaltung am Dienstag ging es am Mittwochnachmittag zum Unternehmen Mann-Energie in Langenbach bei Kirburg. Mit dabei waren hier die jungen Klimareporter der Grundschule Koblenz-Moselweiß, die mit Schulleiterin Martina Keller per Elektro-Auto anreisten, natürlich getankt mit Ökostrom. „Nur die Kombination von 100 Prozent Erneuerbaren und E-Mobilität macht klimapolitisch Sinn“, betont auch Matthias Boller vom BUND Rhein-Lahn. „Energiewende und Verkehrswende gehören zusammen und müssen ohne Behinderungen weiter gehen“.
Auch am Folgetag ist die E-Mobilität Thema, mit Solarvereins- und Radfahrgruppen ging es von Sinzig nach Remagen zum Unternehmen Kumpan, das E-Roller montiert.
Den Abschluss der neuntägigen Klimatour bilden zwei politische Veranstaltungen. Auf der BUND-Bundesversammlung in Bad Godesberg wirkt das Bündnis am Samstag an einer Klimaaktion mit und fordert den sofortigen Kohleausstieg. Am Montag, 7. November, stellt das Bündnis im Dreikönigenhaus der Görlitz-Stiftung Koblenz ab 18 Uhr die Ergebnisse der gesamten Tour vor und übergibt gleichzeitig die gesammelten Spendengelder. „Schon jetzt sind wir überrascht über den großen Zuspruch so Egbert Bialk vom Klima Bündnis. Wir haben auf der Tour viele hundert Menschen erreicht und die globalen Herausforderungen mit der örtlichen Handlungsebene verbunden.“ „Natur und Umweltschutz fängt vor der Haustüre an“ ergänzt Oliver Hartmann von den Naturfreunden dem der regionale Umweltschutz besonders am Herzen liegt.
Infos gibt es auf der Homepage klimaschutznord.bund-rlp.de und beim BUND Koblenz, Tel. 0261/973 45 39, E-Mail: regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de sowie bei den Naturfreunden Kettig, Tel. 02637/8914, E-Mail: naturfreunde-kettig@gmx.de.

Pilzwanderung am 25. September 2016 am Laacher See

Zu warm und trocken für Pilze

Bei der traditionellen Pilzwanderung der Kettiger Naturfreunde erstmalig am Laacher See wurden in diesem Jahr kaum Pilze gefunden. Grade mal eine Hand voll konnte die Gruppe Pilzliebhaber unter bewährter Führung von Frau Stephanie Shirazi entdecken. Ca 20 Teilnehmer trafen sich am frühen Morgen am Naturfreundehaus am Laacher See,
und wurden von der Naturfreundin und Pilzkennerin Frau Shirazi und dem Vorsitzenden der Kettiger Naturfreunde Oliver Hartmann begrüßt.
Beim gemeinsamen Spaziergang durch den umliegenden Wald wurden dann doch, trotz sehr pessimistischer Voraussagen, das ein oder andere Objekt gefunden. Die fleißigen Sammler hatten grade mal eine Hand voll vorzuweisen um sie der Pilzliebhaberin zur Begutachtung vorzulegen.
Frau Shirazi gab zur Einführung für „Anfänger“ wie all die Jahre den interessierten Pilzfreunden eine theoretische Einleitung mit
guten Tipps und Ratschlägen zu den Pilzen. Die Tochter von Bruno Wörnle erklärte wie man sie erkennt,wo man suchen muss um bestimmte Arten zu finden. So gibt es nur eine Regel beim Pilze sammeln – dass es eben keine Regeln gibt, so erklärte Stephanie Shirazi dies den Pilzfreunden. Faustregel: Einen Pilz den man nicht 100% bestimmen oder Erkennen kann lässt man dort wo er ist. Ein kleine Fehleinschätzung und Bestimmung kann ein böses Ende nehmen. Ein paar giftige Exemplare wie den „Gewöhnlicher Kartoffelbovist“, der „grünblättriger Schwefelkopf“ waren auch dabei. Der giftigste jedoch von allen ist der „Gelbe Knollenblätterpilz“ der bisher jedes Jahr gefunden wurde, wo selbst vor dessen Berührung dringend von der Pilzkennerin gewarnt wurde. In diesem Jahr so freute sich Frau Shirazi landete der äußerst giftige Geselle in keinem der Spankörben.
Vom „Schwefelporling“, „Netzstieliger Hexenpilz“ oder den „Zunderschwamm und Bilkenporling“, habe man nichts zu befürchten, die sind alle Essbar so die Pilzexpertin aus Engers die seit ihrer Kindheit mit ihrem Vater im Wald Pilze sammeln war.
Am Schluss bedankte sich die Leiterin der Pilzwanderung Frau Shirazi im Namen der NaturFreunde Kettig bei allen Teilnehmern.

„Bündnis Klimaschutz Mittelrhein“

Pressebericht vom August 2016 des BKM (Bündnis Klimaschutz Mittelrhein):

„Kommunen müssen endlich ernst machen beim Klimaschutz!“
„Bündnis Klimaschutz Mittelrhein“ warnt Stadt und Kreis vor den Folgen des weiteren Nichtstuns bei der Energie- und Verkehrswende
„Wie viele Temperaturrekorde, wie viele Extremwitterungen und wie viele Überschwemmungen brauchen unsere Stadt- und Kreisoberen noch, bis sie begreifen, dass von ihnen mehr verlangt wird als schöne Konzepte und Absichtserklärungen? Die Gewitterstürme beim Rock am Ring, die voll gelaufenen Häuser in unseren überschwemmten Dörfern und die Ernteschäden in der heimischen Landwirtschaft zeigen doch: Der Klimawandel ist längst da bei uns. Wir alle müssen handeln, auch auf kommunaler Ebene. Je länger man zögert, umso teurer wird es.“, so Egbert Bialk, BUND-Vorsitzender in Koblenz für das „Bündnis Klimaschutz Mittelrhein“. Ein Zusammenschluss von über zehn Natur- und Umweltgruppierungen der Region. Gemeinsam tritt das Bündnis jetzt an die kommunalen Spitzen heran und an die Öffentlichkeit. Die Energiewende und insbesondere der Verkehrssektor sollen neben dem Natur- und Umweltschutz dabei im Mittelpunkt stehen.
Der Umweltmediziner Dr. Thomas Bernhard, auch Sprecher des Solarenergieförderverein, Infostelle Koblenz, begründet warum: „Jedes Jahr wird weltweit die Temperatur im Durchschnitt höher. Amerikanische Klimaforscher haben gerade wieder veröffentlicht, dass bislang jeder Monat des Jahres 2016 jeweils der wärmste Monat war seit Aufzeichnung der Wetterdaten. Nicht nur in Afrika herrscht darum große Hungersnot, auch bei uns treten extreme Schäden auf, da muss die Politik endlich wirksam steuern, zum Beispiel durch eine CO2-Abgabe auf die Rohstoffe Öl und Kohle.“ Bernhard beklagt seit langem, dass auch die Stadt Koblenz viel zu passiv sei bei der Umsetzung des beschlossenen Klimaschutzkonzeptes. „Noch nicht einmal die bislang erreichte CO2-Reduzierung konnte man uns vorlegen. Diese Daten werden wir im Umweltausschuss am 30. September einfordern, übrigens endlich auch in öffentlicher Sitzung, wozu wir zahlreiche Gäste erwarten. Auf dieser Basis wird klar belegt werden können, was Koblenz braucht: Eine Energiesparinitiative bei den Gebäuden und eine Verkehrswende, also mehr tun für Fußgänger und Radfahrer statt für Autos, und endlich die Anschaffung von sauberen E-Bussen. Jede städtische Investition muss auf seine Klimawirksamkeit kritisch überprüft werden. Nach Paris und dem dort vereinbarten Klimaziel von 1,5 Grad maximaler Erwärmung müssen auch die deutschen Klimaziele nachgeschärft werden, natürlich auch in Koblenz. Investitionsstau beim Klimaschutz ist Katastrophe“
Peter Thelen von den Naturfreunden Kettig und der Bendorfer BI gegen das AKW Mülheim-Kärlich fordert auch für den Kreis Mayen-Koblenz eine ambitionierte Klimaschutzpolitik: „Beim neuen Klimaschutzkonzept brauchen wir von Anfang an ein kompetentes begleitendes Management. Wer hier gleich an Personal spart, hat die bedrohlichen Zeichen der Zeit nicht erkannt“, so Thelen. Priorität für das Umland müsse eine Verkehrswende haben, damit die hohen Schadstoff- und Klimagasemissionen zurückgefahren und ein attraktiver, bürgernaher öffentlicher Verkehrsverbund geschaffen werden. Dies gelte auch für die Nachbarkreise Neuwied, Westerwald, Rhein-Lahn und Rhein-Hunsrück. Thelen: „Die Stadt Koblenz, die im Autoverkehr erstickt, sollte daran ein besonderes Interesse haben.“

Für die nächsten Monate kündigt das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein an, direkt an die genannten Kreise und ihre Politiker heranzutreten und Möglichkeiten der konstruktiven Zusammenarbeit auszuloten. Neben Veranstaltungen zum Atomausstieg am 25.8. in Koblenz und der Demo-Beteiligung zu „TTIP stoppen!“ am 17.9. in Frankfurt soll das Thema der CO2-Reduzierung im Mittelpunkt stehen, auch im dann anlaufenden Bundestags-Wahlkampf.

Weitere Infos: zunächst über das Koblenzer Umweltbüro oder den BUND Tel. 0261-9734539 oder bei den NaturFreunden Kettig 02637 8914.

Vortrag über das Entsorgungsproblem von Atommüll

Beim Atommüll ist keine Ent-Sorgung möglich
BUND-Experte Klaus Brunsmeier berichtet von zahlreichen ungelösten Problemen bei der Suche von End- und Zwischenlagern – Nach der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ folgen nun Gesetzes- und Verwaltungsänderungen – Orte, Zeitpunkte, Verfahren und Kosten sind ungewiss.
Der Einstieg des Info-Abends „Atommüll – die tickende Zeitbombe“ war überraschend, so manche der anwesenden Aktiven gegen das AKW Mülheim-Kärlich rieben sich die Augen. Brachte der Referent Klaus Brunsmeier, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND und Mitglied der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“, doch ein dickes Dankeschön von Umweltministerin Barbara Hendricks mit. „Die Anti-Atom-Bewegung war keine gegen den Staat gerichtete Bewegung. Im Gegenteil: Es waren Freunde des Staates und der Gesellschaft. Weil sie nicht hinnehmen wollten, dass wir alle den Risiken einer zu gefährlichen Art der Energieerzeugung ausgesetzt sind. … Sie haben sich um unser Land verdient gemacht!“
Inzwischen ist ein Atomausstieg auf Raten absehbar, die Sorgen der Umweltbewegung richten sich vermehrt auf den Rückbau der Atomanlagen und eine möglichst wenig unsichere Lagerung der radioaktiven Abfälle. Dass dies angesichts der Gefährlichkeit des Materials und des unvorstellbar langen Zeitraumes von bis zu einer Million Jahren nur mit großen Problemen verbunden ist, war allen klar. Die Brisanz und Ungewissheit des Verfahrens dorthin erschreckte dann doch.
Egbert Bialk, Koblenzer BUND-Vorsitzender und moderierender Gastgeber dazu: „Wieder einmal sind wir entsetzt, wie leichtfertig viele Politiker und Wirtschaftsleute mit dieser schweren Hypothek umgehen, die nachfolgenden Generationen für nur 50 Jahre scheinbar billigen Stromes aufgelastet wurde. Weder ist man bereit den Atomausstieg im Grundgesetz zu garantieren, noch ungeeignete Standorte wie Gorleben auszuschließen, von einer hinreichenden Kostenübernahme durch die Verursacher ganz zu schweigen.“ Bekanntlich sind nur wenige Milliarden Euro bei den Atombetreibern rückgestellt, die herangezogen werden sollen. Brunsmeier rechnet aber mit weit über 70 bis vielleicht 100 Milliarden an Zusatzkosten: „Das bezahlen wir dann alle, auch unsere Kinder und Enkel. Generationengerechtigkeit sieht anders aus.“
Immerhin konnte der BUND-Experte etwas Klarheit über den derzeitigen Stand der ins Auge gefassten Gesetze, Orte oder Zeitpunkte vermitteln. Brunsmeier war für die Umweltverbände Mitglied in der 32-köpfigen „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“, die Ende Juni mit einem Abschlussbericht das weitere Verfahren regeln sollte. Er berichtete aus erster Hand von den schwierigen Verhandlungen mit Politik und Wirtschaft und den aus seiner Sicht unzureichenden Ergebnissen, weshalb der BUND als einziger auch ein ablehnendes Sondervotum abgab: „Das fängt schon damit an, dass man zunächst einmal offen auf den Tisch legen müsste, um welche Mengen und Arten an Atommüll es sich handelt. Das kam erst sehr spät und blieb bis zuletzt umstritten. Die Prognose für 2022 rechnet mit rd. 10 500 t bestrahlter Brennelemente, die überall in Deutschland an Kraftwerken, in Zwischenlagern oder in Frankreich und England mehr oder weniger gesichert liegen bzw. immer noch durch den laufenden Betrieb täglich neu entstehen. Weitere Altlasten und zu erwartende Müllmengen kommen hinzu: Etwa 147 000 cbm schwach- und mittelaktive Abfälle aus dem maroden Bergwerk Asse und voraussichtlich rd. 300 000 cbm aus stillgelegten und rückzubauenden Kraftwerken, vorgesehen für den genehmigten Schacht Konrad in Niedersachsen.“
Noch gar nicht erfasst seien weitere Abfälle, etwa aus der Urananreicherung in Gronau, die noch Jahrzehnte in Betrieb sei und vom Umweltministerium grob auf 100 000 cbm geschätzt wird, „vielleicht auch das Doppelte, das kann und will niemand sagen“ so Brunsmeier.
Das Hauptinteresse, auch bei den zahlreichen Zuhörern und Diskutanten, liegt natürlich beim weiteren Verfahren. Brunsmeier berichtete, dass erreicht wurde, dass eine neue Behördenstruktur eingerichtet wurde, die von den Energieversorgern unabhängig ist. Auch das Standortsuchgesetz soll im Frühjahr 2017 novelliert werden, damit das abgestufte Verfahren zur Lagersuche schrittweise in den nächsten Jahrzehnten angegangen wird. „Gegen den Druck von Bayern und Sachsen werden jetzt bundesweit doch zunächst alle drei geeigneten Wirtsgesteine untersucht und bewertet: Salz, Ton und Granit. Auch der Schutz durch Deckgebirge geht in die Abwägung mit ein. Ein geologisch absolut sicheres Lagergestein gibt es nicht, nirgendwo in Europa. Es geht nur um die am wenigsten schlechte Entsorgung. Zusätzliche Sicherungen sind deshalb wichtig. Bis zur Einlagerung muss der Wärme entwickelnde hoch radioaktive Abfall bis auf 100 Grad abgekühlt, also zwischengelagert werden, auch aus Vorsorge wegen der Explosionsgefahr von Wasserdampf.“
Für die anderen Müllformen in sehr verschiedenen Zuständen müssen spezielle Lagerformen gefunden werden, so dass es mehrere Lager und Zwischenlager geben werde, gleichzeitig aber die Atomtransporte begrenzt werden müsse. Proteste und Klagen seien trotz des aus Sicht des BUND unzureichenden Rechtsschutzes überall zu erwarten, auch bei den Zwischenlagern, das könne sich bis zur Jahrhundertwende hinziehen. „Eine Alternative zum Start der umfangreichen Lagersuche und zum schnellen Atomausstieg gibt es nicht“, so Brunsmeier.
Ein spezieller Fragenkomplex bezog sich auch auf den Umgang mit rückzubauenden Atomkraftwerken, besonders interessant auch in der Region rund um das AKW Mülheim-Kärlich. Der BUND sprach sich hier entschieden gegen die bisher genehmigte Praxis der „Freimessung“ von schwach belasteten Baustoffen aus, die etwa 97% der Menge ausmachen. Dies begrüßte auch Elke Sodemann-Müller von der Bendorfer BI gegen das AKW Mülheim-Kärlich: „Jede zusätzliche Radioaktivität kann Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Es gibt keinen Schwellenwert, der ungefährlich ist. Die Stoffe dürfen deshalb nicht in den Wirtschaftskreislauf entlassen, sondern müssen gesondert und kontrolliert in einer speziell abgedichteten Deponie gelagert werden.“
Die überaus informative Veranstaltung schloss mit dem Appell für einen sofortigen umfassenden Atomausstieg und die Beschleunigung der Energiewende, auch aus Gründen des Klimaschutzes.

Missionar beim Kulturstammtisch in Kettig

Missionar aus Afrika berichtet beim Kulturstammtisch

Einen ganz besondern Gast konnte der Kettiger Kulturstammtisch beim letzten Treffen
im Hotel Kaiser in Kettig begrüßen. Bruder Michael Schmitz von den Salesianern Don Boscos ist seit fast 25 Jahren Missionar in West Afrika in Ghana.
Beim Kulturstammtisch der 2013 von der Förder – und Wohnstätte und den Naturfreunden Kettig zur besseren Integration von behinderten Menschen in der Gesellschaft gegründet wurde, berichtete Bruder Michael von seinem Leben und seiner Arbeit in Afrika- Ghana.
Die Hauptaufgabe sieht der 58 Jährige heute darin den Kindern und Jugendlichen eine Schulische und berufliche Perspektive zu geben. So bauten die Salesianer Don Boscos in Ghana Schulen, Ausbildungsstätten mit Möglichkeiten der Freizeitgestaltung im Landes Inneren bei Sunyani und an der Küste in Ahaiman ca 30 km östlich von Accra, auf. Die Salesianer haben Weltweit ca 15000 Mitglieder nach den Jesuiten und Franziskanern der 3 größte Katholische Orden der Welt.
Dabei leben die meisten der Ordensbrüder und Schwestern in über 132 Ländern vor allem in Indien, Italien (Geburtsland des Gründers Don Bosco), Spanien, Polen, und Südamerika. In Deutschland sind derzeit ca. 350 Mitbrüder mit 1600 Angestellten aktiv.
Bruder Michael arbeitet und betreut Kinder und Jugendliche vor Ort. Sorgt dafür das sie eine Schulbildung, Freizeitmöglichkeiten wie Spielhallen bekommen oder eine Ausbildung machen können. Finanziert wird die Arbeit ausschließlich durch Spendengelder aus Europa und Amerika.
Ghana hat ca 26 Millionen Einwohner wo ca 71% den Christlichen Kirchen angehören. Die Mehrheit gehört den Protestantischen Glaubensrichtungen bzw den Pfingstkirchen, und Sekten an. 13 % sind Römisch-Katholisch und ca 17% werden dem Islam zugeordnet. Der Rest sind Naturreligionen oder Konfessionslos.
Obwohl es ein sehr armes Land ist muß keiner hungern, so der Missionar, die meisten Menschen in den Großstädten leben in Wellblechhütten und auf dem Land teils noch in Lehm oder auch Steinhäusern. Eindrucksvoll konnte Br. Schmitz mit Bildern den Zuhörern des gut besuchten Stammtisches aus der FWS und den Naturfreunden zeigen wie es in Ghana bei seiner Mission aussieht.
Die Arbeit mit Kinder und Jugendlichen haben es dem Salesianer immer schon angetan, bevor er 1993 nach Ghana ging, war er als Novize im Knabenheim Kemperhof in Bendorf – Sayn (Heute Heinrich Haus Neuwied). Trotz der vielen Not im Land will Br. Michael für immer in Ghana bleiben und sich weiter für die Kinder und Jugendlichen sich zu engagieren und einzusetzen.
Bei Kaffee und Kuchen hatten so die Besucher des Kulturstammtisches einen sehr schönen, informativen und interessanten Nachmittag.