NaturFreunde erkunden Mendiger Unterwelt

Am 18. April traf sich eine Besuchergruppe von über 20 Personen der Naturfreunde Kettig um 15.00 Uhr am Lavadom in Mendig.

Herr Wolfgang Riedel von der „Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft“ begrüßte die interessierten Gäste und zeigte in einem anschaulichen Film, wie unsere Gegend hier im Neuwieder Becken entstand. Beeindruckend auch zwei Vulkanausbrüche, die aber alle Beteiligten gut überstanden haben. In vielen interessanten Anschauungsstücken, Schaukästen und Modellen konnte Herr Riedel vieles über Basalt, Lava, Bims, Erdbeben und anderes erzählen. Auch von dem letzten großen Vulkanausbruch vor 13000 Jahren am Laacher See.

Nach der Besichtigung des Lavadoms führte Herr Riedel die Besucher zum Eingang des Lavakellers. Dort wurden die Kettiger 150 Stufen runter in 32 Meter Tiefe in den von Menschenhand erschaffenen Lavakeller unterhalb von Mendig geführt. Auf einer Fläche von fast 3 qkm spannt sich unter der Stadt ein Netz von Gängen, Schächten  und Stollen. Dort wurden viele Jahre unter Tage die Basaltlava abgebaut und gefördert. Bei Schwerstarbeit, ohne Maschinen, und alles von Hand. Frauen mussten die oberen Erdschichten abtragen, damit die Männer den Basalt abbauen konnten. Die sogenannten Bruchsteine, also die Steine, die nicht zu gebrauchen waren, wurden von Kindern weggeräumt. Bei 6 bis 9 Grad herrscht dort eine konstante Temperatur, die man viele Jahre als Bierkeller nutze. Dabei siedelten sich nahezu 28 Brauereien Mitte des 19. Jahrhunderts in Mendig an.
Heute gibt es in dem noch zugänglichen Teil Führungen für Touristen, die auch die Möglichkeit haben dort unter Tage zu heiraten. Auch eine Dokumentation von RTL wurde dort gedreht. Der Vorsitzende Oliver Hartmann bedankte sich für die sehr interessante Führung bei Herrn Riedel. Zum Abschluss konnten die Naturfreunde dann das Vulkanbier bei einem guten reichhaltigen Essen genießen.