Naturfreunde besichtigen „Bimsmuseum“

Als vor 13000 Jahren der Vulkan Lacher See ausbrach und die gesamte Region des Koblenz-Neuwieder Beckens in einer meterdicken Tuff- und Bimsschicht versank, konnte keiner ahnen, dass dies tausende Jahre später ab 1850 das „Gold des Neuwieder Beckens“ genannt wird, und das Leben der Menschen in dieser Region nachhaltig veränderte.

So erklärte der Museumsführer Herr Werner Zimmer den Besuchern aus Kettig wie der Bims entstand und was man ca ab 1870 davon entwickelte. Herr Zimmer erklärte und zeigte den interessierten Gästen wie man in den Anfängen Bimssteine einzeln am „Klopftisch“ herstellte und sie beim „Argen“ gestapelt wurden. An verschiedenen Stationen konnte Werner Zimmer den Besuchern eindrucksvoll mit original Maschinen wie das Umsatzgerät, das Abtraggerät oder die Handschlagmaschine vorführen, die alle noch betriebsbereit sind. Ein alter Weserhüttenbagger konnte ebenfalls begutachtet und aus nächster Nähe angeschaut werden. So auch eine Hanomag Raupe oder ein Bims-LKW einer ehemaligen Kettiger Bimsfabrik.

Herr Zimmer führte weiter aus, dass es in den Anfängen eine harte schwere körperliche Handarbeit war, den Bims unter einer meterdicken Erdschicht auszugraben und mit Pferdekarren oder Feldbahnen in die Fabriken zu transportieren. Später kamen dann LKWs und Maschinen, die die Arbeit um ein Vielfaches erleichterten.

So entwickelten sich viele Bauerndörfer zu kleinen Industrieorten wie zum Beispiel Kettig und Weißenthurm, die vor und nach dem 2. Weltkrieg ca. 80 Bimsfabriken hatten. Heute ist der Bims weitgehend abgebaut.

Es gibt inzwischen eine große Steinvielfalt vom Vierzollstein bis zum Wärmedämmstein. Nach einer Filmvorführung und Besichtigung im alten Mischhaus, das original erhalten blieb, beendete Herr Zimmer die Führung. Oliver Hartmann von den NaturFreunden Kettig bedankte sich im Namen aller bei Herrn Zimmer für die sehr interessante heimatkundliche Führung.

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